Pressemitteilung

- 18.03.2015
Wasser und nachhaltige Entwicklung

Wasser spendet Energie und Vitalität – es ist das wichtigste Lebensmittel überhaupt. Der internationale Tag des Wassers am 22. März 2015 steht in diesem Jahr unter dem Motto „Wasser und nachhaltige Entwicklung – Water and Sustainable Development“. Damit wollen die Vereinten Nationen das Bewusstsein der Menschen für die Ressource Nr. 1 schärfen, denn Wasser ist die Basis aller Lebensformen. Es ist nicht ersetzbar.

Trinkwasser in Spitzenqualität ist keineswegs selbstverständlich. In vielen Entwicklungs- und Schwellenländern herrscht ein gravierender Mangel an sauberem Wasser. Was bei uns wie selbstverständlich aus dem Hahn sprudelt, ist dort ein rares, ja mitunter lebensentscheidendes Gut.

„Es ist kaum zu glauben. Rund 770 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu einfach nur sauberem Trinkwasser. Müsste es nicht ein Menschenrecht auf eine gesunde Trinkwasserversorgung geben? Wir meinen, ja“, so Harzwasserwerke-Geschäftsführer Renke Droste.

Dank günstiger hydrogeologischer Bedingungen und einer nachhaltigen Wasserwirtschaft ist Deutschland ein wasserreiches Land mit hoher Wasserqualität. So beträgt der jährliche Wasservorrat im Bundesgebiet rund 188 Milliarden Kubikmeter, von denen jedoch nur etwa 2,7 Prozent jährlich gefördert werden.

Weiches Wasser für Niedersachsen

Mit einer Fördermenge von ca. 90 Millionen Kubikmetern beliefern die Harzwasserwerke weite Teile Niedersachsens und Bremens und versorgen so rund zwei Millionen Menschen täglich mit frischem Trinkwasser. Das hochwertige, von Natur aus weiche Wasser wird in insgesamt fünf Talsperren des Harzes gespeichert bzw. in vier Grundwasserwerken zwischen Hannover und Bremen gewonnen. Es wird nach der Aufbereitung über ein 520 km langes Leitungssystem zu rund 70 Wasserverbänden, Stadtwerken und Industrieunternehmen im geographischen Dreieck Göttingen, Wolfsburg und Bremen geliefert. Kunden, die das weiche Wasser beziehen, schätzen besonders den geringen Härtegrad, der zu vielen Vorteilen in Haushalt und Industrie führt.

Bewusstsein für Trinkwasser- und Umweltschutz stärken

„Als eines der niederschlagreichsten Gebiete in Deutschland verfügt der Harz über sehr großen Wasserreichtum. Ein entscheidender Vorteil dieser Region ist die kaum vorhandene Landwirtschaft, deren Bewirtschaftungseinflüsse in vielen anderen Gebieten in Niedersachsen zu teils erheblichen Grundwasserbelastungen z.B. mit Nitrat oder den Rückständen von Pflanzenbehandlungsmitteln führen. Davon sind auch Einzugsgebiete unserer Grundwasserwerke, nicht jedoch die Oberflächengewässer im Harz betroffen“, erläutert Renke Droste.

„Damit die Wasserqualität sowohl heute als auch in Zukunft den hohen Standards entspricht, existieren gerade in den Grundwassergewinnungsgebieten lokale Gewässerschutz-Kooperationen, die wir über ein ganzes Bündel gewässerschonender Bewirtschaftungsmaßnahmen mit unseren entsprechenden Partnern, insbesondere der Land- und Forstwirtschaft, praktizieren.“

Weiteres Pionierprojekt von Wasser- und Forstwirtschaft

Um auch die Qualität der wertvollen Wasserressourcen im Harz nachhaltig zu sichern, haben die Harzwasserwerke gemeinsam mit der Harz Energie, dem Nationalpark Harz, den Stadtforsten Goslar und Osterode sowie den niedersächsischen Forstämtern Riefensbeek, Clausthal und Seesen im Jahr 2012 die „Trinkwasserschutzkooperation Westharz – Forstwirtschaft“ vereinbart. Ziel dieses Projekts, das finanzielle Unterstützung von der Europäischen Union und dem Land Niedersachsen erhält, ist die langfristige Umsetzung einer gewässerschonenden Forstwirtschaft in den Wassereinzugsgebieten der Talsperren. Begleitet wird die Kooperation vom NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz).

„Sowohl mit den Grundwasserkooperationen als auch mit der neuen Harzwasserkooperation möchten wir den Trinkwasserschutz noch weiter vorantreiben und ihn gerade zum Weltwassertag auch stärker im Bewusstsein der Bevölkerung verankern“, so Droste.

„Es gibt viele Möglichkeiten, um mit geringem Aufwand eine möglichst trinkwasserschutzorientierte Wirtschaftsweise in den Nutzwäldern umzusetzen. Dies kann beispielsweise schon der Verzicht auf schweres Gerät oder die Optimierung von Forst- und Rückewegen sein“, erklärt Dr. Andreas Lange, Kooperationsgeschäftsführer und Bereichsleiter Betrieb bei den Harzwasserwerke. „So kann dauerhaft die Trübstoffbelastung der Gewässer und Talsperren im Harz verringert werden, die durch Bodenerosion, bedingt durch natürliche Erosionsvorgänge und forstliche Bewirtschaftung, entsteht. Nur mit einer engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit von Forst- und Wasserwirtschaft können wir dazu beitragen, den Natur- und Lebensraum Harz gemeinsam zu nutzen und vor allem zu erhalten.“

Präventiver Grundwasserschutz vor den Toren von Bremen

Die intensive landwirtschaftliche Nutzung großer Flächen führt in vielen niedersächsischen Regionen zur Gefahr, dass Dünger oder Pflanzenschutzmittel die Grundwasservorkommen belasten. Um auch kommenden Generationen eine sichere Versorgung mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser zu garantieren, haben die Harzwasserwerke gemeinsam mit der Wasserversorgung Syker Vorgeest die Kooperation „Trinkwassergewinnung Wesergeest“ ins Leben gerufen. Als vorbeugende Maßnahme wurde ein bisher unerschlossenes Wasservorkommen in der Region um Bruchhausen-Vilsen erkundet.

Über 150 Messstellen sowie spezielle Probebrunnen erfassen in diesem Gebiet Informationen über das in der Tiefe verborgene Grundwasser. Anhand der Auswertungen zeigt sich deutlich, dass die Wasserqualität ausgezeichnet ist und somit beste Voraussetzungen für eine mögliche Trinkwassergewinnung vorliegen. Um die Wasserreinheit präventiv zu schützen, haben die Kooperationspartner weiträumig Grundstücke in dem Gebiet erworben und unter Auflagen wieder für die landwirtschaftliche Nutzung verpachtet. So lässt sich hier eine umweltfreundliche und gewässerschutzorientierte Flächenbewirtschaftung sicherstellen, die keinen Einfluss auf das wertvolle Wasserreservoir nimmt.

Service für Redaktionen:

Homepage der UNESCO zum Weltwassertag
http://www.unesco.de/wassertag.html

Die offizielle Homepage des Weltwassertages
http://www.unwater.org/worldwaterday

Robert SchellhaseVertrieb und ÖffentlichkeitsarbeitTel. 05121 404-117schellhase@harzwasserwerke.de
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