Pressemitteilung

- 28.07.2016

Am 1. August beginnen die Harzwasserwerke mit der Sanierung der Hochwasserentlastungsanlage an der Odertalsperre, die voraussichtlich Ende 2017 beendet sein wird. Die Baumaßnahmen bilden den Abschluss der umfangreichen Generalsanierung der in den 1930er-Jahren errichteten Talsperre bei Bad Lauterberg.

Im Zuge der 2011 begonnenen Generalsanierung der Odertalsperre starten die Harzwasserwerke zum 1. August nun mit den letzten Baumaßnahmen an der sogenannten Hochwasserentlastungsanlage. Diese besteht aus einem Überlaufbauwerk an der oberen Dammseite, an das sich eine Schussrinne anschließt, die ins Unterwasserbecken am Fuße des Damms führt. Bei außerordentlich starken Zuflüssen läuft das Wasser über eine Schwelle und fließt über die Hochwasserentlastungsanlage ins Unterwasserbecken. In extremen Wettersituationen wird so ein unkontrolliertes Überlaufen des Damms verhindert. „Im Prinzip kann man die Anlage mit einem Überlauf einer Badewanne vergleichen, nur dass sie natürlich um ein Vielfaches größer ist und hier ungeheure Kräfte wirken“, erläutert Projektingenieur Robert Braunisch.

Um diese Kräfte optimal kontrollieren zu können, wurde im Jahr 2015 von einem Projektteam der Technischen Universität Dresden ein funktionsfähiges Modell der Hochwasserentlastungsanlage im Maßstab 1:25 aus speziellen Hartschaumstoffplatten nachgebildet. Mit Pumpen konnte man hieran unterschiedliche Wasserzuflüsse simulieren, um Erkenntnisse über das Verhalten des Bauwerks bei Hochwasser zu erhalten. Auf Grundlage der gewonnen Ergebnisse aus den Modellversuchen entwickelten die  Bauingenieure der Harzwasserwerke ein Sanierungskonzept, das nun bis Ende 2017 umgesetzt wird, um die Talsperrensicherheit zukünftig in extremen Hochwassersituationen auch weiterhin zu gewährleisten. „Bisher ist die Hochwasserentlastungsanlage der Odertalsperre nur ein einziges Mal zum Einsatz gekommen. Das ist nun aber schon über 60 Jahre her“, so Braunisch. „Durch die Betriebspläne der Talsperre, können wir dem Hochwasser in der Regel frühzeitig durch die Wasserabgabe über den Grundablass entgegenwirken und den Füllstand gezielt regulieren, sodass die Risiken minimiert werden.“

Im ersten Bauabschnitt wird zunächst das Einlaufbauwerk mit seinen charakteristischen Pfeilern auf einer Länge von rund 62 Metern verstärkt und teilweise erneuert. Da eine Stützmauer an der Hangseite im oberen Bereich abgerissen und ersetzt wird, ist die Durchfahrt über die Dammstraße in Richtig Campingplatz im Zeitraum von Anfang August bis Mitte November 2016 wegen Absturzgefahr nicht möglich. Ab Mitte November wird die Durchfahrt dann wieder möglich sein. Während der Baumaßnahmen besteht für den Fahrzeugverkehr eine alternative Zuwegungsmöglichkeit in Richtung Campingplatz über die so genannte Erikabrücke im Bereich der Stauwurzel der Odertalsperre entlang der Forststraße am linken Talsperrenufer. Für Fußgänger, Wanderer und Radfahrer wird ein provisorischer Weg durch das Baufeld eingerichtet, der jedoch zeitweise aus Sicherheitsgründen gesperrt werden kann. Hierauf wird vor Ort durch Schilder frühzeitig hingewiesen.

Neben der Sanierung des Einlaufbauwerks finden dieses Jahr bereits Felssicherungsarbeiten im Bereich der Schussrinne statt. Voraussichtlich Anfang 2017 folgen dort dann die eigentlichen Arbeiten des zweiten Bauabschnitts, in deren Zuge weite Teile der 230 Meter langen Rinne abgerissen und erneuert werden. In diesem Zeitraum ist planmäßig keine längere Sperrung der Dammstraße notwendig. Die Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts an der Schussrinne und somit der Abschluss der umfangreichen Generalsanierung der Odertalsperre ist für Ende 2017 vorgesehen.

Hintergrund
Die zwischen 1930 und 1933 gebaute Odertalsperre bei Bad Lauterberg dient dem Hochwasserschutz, der Niedrigwasseraufhöhung und der regenerativen Energieerzeugung. Im Jahr 2011 haben die Harzwasserwerke mit einer umfangreichen Generalsanierung der Talsperre begonnen, die Arbeiten am Grundablass, am Wasserkraftwerk sowie an der Dammkrone und der Hochwasserentlastungsanlage umfasst.

Robert SchellhaseVertrieb und Öffentlichkeitsarbeit05121 404-117schellhase@harzwasserwerke.de
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