Sommerliche Hitze: Talsperren erfüllen ihre Aufgaben zuverlässig

Die Trinkwasserversorgung für rund zwei Millionen Menschen in Niedersachsen und Bremen bleibt auch bei hohen Temperaturen zuverlässig gesichert.

„Die aktuellen Füllstände zeigen, dass unsere Talsperren ihre Aufgaben sicher erfüllen. Sie speichern Wasser in niederschlagsreichen Zeiten, halten Rückhalteraum für den Hochwasserschutz bereit und stellen Wasser in Trockenzeiten gezielt für die Trinkwasserversorgung und die Stabilisierung unserer Flüsse zur Verfügung“, sagt Hendrik Rösch, Technischer Geschäftsführer der Harzwasserwerke.

Die Eckertalsperre ist aktuell zu 78 Prozent. Im Hintergrund zeigt sich der Brocken.

Mit den steigenden Temperaturen im Sommer wächst der Wasserbedarf, zugleich konnten in den letzten Monaten und insbesondere im vergangenen Winter insgesamt unterdurchschnittliche Niederschläge beobachtet werden. Die Füllstände der Trinkwasser-Talsperren liegen derzeit bei 69 Prozent und damit unter dem langjährigen Mittelwert von 79 Prozent. Diese Entwicklung gehört zur üblichen Bandbreite im Jahresverlauf und wird bei der Bewirtschaftung der Talsperren bewusst berücksichtigt.

Vorausschauende Bewirtschaftung

Für die Versorgungssicherheit ist nicht allein der Füllstand einer einzelnen Talsperre entscheidend, sondern das Zusammenspiel zwischen Talsperren und Grundwasserwerken sowie eine vorausschauende Bewirtschaftung der Anlagen.

Dieses langfristige Management sorgt dafür, dass die Trinkwasserversorgung auch in längeren Trockenphasen zuverlässig gewährleistet bleibt.

In längeren Trockenzeiten bietet zudem das Nordharz-Verbundsystem zusätzliche Versorgungssicherheit. Die Oker- und Innerstetalsperre sind über Leitungen mit der Granetalsperre verbunden und können so die Trinkwasserproduktion im größten Wasserwerk der Harzwasserwerke unterstützen.

Hochwasserschutz auch im Sommer

Um gleichzeitig den Hochwasserschutz zu sichern, werden die Talsperren nicht vollständig angestaut. Damit können die Talsperren auch bei sommerlichen Starkregenereignissen kurzfristig große Wassermengen aufnehmen und Hochwasserspitzen abmildern.

So bringt die Bewirtschaftung der Talsperren die Trinkwasserversorgung, den Hochwasserschutz und die Stabilisierung der Flusswasserstände in Trockenzeiten miteinander in Einklang.

Niedrigwasseraufhöhung schützt Flüsse

Neben der Trinkwasserversorgung und dem Hochwasserschutz übernehmen die Harzwasserwerke mit ihren Talsperren auch die Niedrigwasseraufhöhung. Dabei wird ganzjährig Wasser aus den Talsperren an die Flüsse abgegeben. So bleiben ausreichende Wasserstände erhalten, um die Gewässer und ihre Ökosysteme zu schützen sowie verschiedene Nutzungen entlang der Flüsse zu ermöglichen.

In ausgeprägten Trockenperioden kann das Wasser der Oker und der Innerste bis weit in die Unterstromgebiete zeitweise zu mehr als 50 Prozent aus den Wasserabgaben der Harzwasserwerke bestehen. Selbst in der Leine in Hannover lässt sich noch ein Einfluss nachweisen.

Die Niedrigwasseraufhöhung zeigt damit, wie weit die Wirkung der Westharz-Talsperren über die Trinkwasserversorgung hinausreicht. Sie leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Versorgung von rund zwei Millionen Menschen, sondern gleichzeitig auch zum Hochwasserschutz und zur Stützung der Wasserführung in Trockenzeiten und zum Erhalt gewässerökologischer Funktionen in Niedersachsen.

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