Granetalsperre: Harzwasserwerke investieren in die Zukunft ihrer wichtigsten Trinkwassertalsperre

An der Granetalsperre setzen die Harzwasserwerke derzeit mehrere Modernisierungsmaßnahmen um. Sie stärken die langfristige Versorgungssicherheit, den Hochwasserschutz und die Betriebssicherheit der größten Trinkwassertalsperre des Unternehmens.

Dazu gehören die Sanierung der Reinwasserkammern im Wasserwerk, geotechnische Untersuchungen am Damm sowie die kürzlich fertiggestellte neue Wehranlage am Hüttenteich. Alle Maßnahmen zusammen umfassen ein geplantes Investitionsvolumen von rund 5-6 Millionen Euro.

„Die Granetalsperre bildet das Zentrum der Wasserversorgung im Harz. Mit den Investitionen sichern wir, dass sie auch künftig ihre vielseitigen Aufgaben in der Wasserwirtschaft zuverlässig erfüllen kann“, sagt Hendrik Rösch, Technischer Geschäftsführer der Harzwasserwerke.

Letzte Station im Wasserwerk wird modernisiert

Die Reinwasserkammern bilden die letzte Station des Trinkwassers im Wasserwerk an der Granetalsperre. Mit einer Länge von bis zu 55 Metern und einer Höhe von 4,5 Metern haben sie beeindruckende Dimensionen. Hier wird das bereits aufbereitete Trinkwasser zwischengespeichert, bevor es in das Versorgungsnetz eingespeist wird und sich auf den Weg zu unseren Kunden macht.

Dabei durchströmt das Wasser ein mäanderförmig angelegtes Gangsystem und bleibt kontinuierlich in Bewegung. Mögliche Toträume – also Bereiche, in denen das Trinkwasser nicht ausreichend zirkuliert – werden durch diese Wegeführung vermieden.

Auch die Bauweise der Kammern ist auf die hohen Anforderungen an die Trinkwasserqualität ausgelegt: Eine spezielle „Tropfendecke“ mit spritzrauer Oberfläche sorgt dafür, dass mögliches Kondenswasser gezielt abgeführt wird.

Das Wasserwerk der Granetalsperre besteht aus zwei Anlagenteilen mit insgesamt vier Reinwasserkammern, die jeweils rund 2.300 Kubikmeter Wasser fassen. Derzeit werden die beiden Reinwasserkammern im Wasserwerk 1 saniert. Im Anschluss folgt die Modernisierung der beiden Kammern im Wasserwerk 2.

Bei der Sanierung gelten besonders hohe Anforderungen an Materialien, Ausführung und Hygiene, da sämtliche Arbeiten im sensiblen Trinkwasserbereich stattfinden.

Vertiefte Überprüfung der Standsicherheit

Parallel dazu laufen geotechnische Untersuchungen am Damm der Granetalsperre. Hierfür werden zusätzliche Wasserstandsmessstellen (Peilbrunnen) errichtet sowie Boden- und Felskennwerte ermittelt. Die Bohrungen reichen vom luftseitigen Dammkörper bis in den felsigen Untergrund und erreichen dabei eine Tiefe von bis zu 90 Metern.

„Die Untersuchungen sind Teil einer regelmäßigen vertieften Überprüfung großer Stauanlagen. Sie dienen dazu, das Überwachungssystem weiter auszubauen und die bereits nachgewiesene Standsicherheit anhand aktueller Daten zu bestätigen. Es gibt keinerlei Hinweise auf ein Sicherheitsrisiko. Die Trinkwasserversorgung ist während der gesamten Arbeiten uneingeschränkt gewährleistet“, sagt Hendrik Rösch.

Neue Wehranlage stärkt Hochwasserschutz

Eine weitere Maßnahme an der Granetalsperre wurde kürzlich mit der Inbetriebnahme der neuen Wehranlage am Hüttenteich abgeschlossen.

Sie ermöglicht eine flexiblere Steuerung des Wasserstands und verbessert den Hochwasserschutz im Bereich der Granetalsperre. Gleichzeitig trägt die modernisierte Anlage zu einem sicheren und wirtschaftlichen Betrieb der Talsperre bei.

Die verschiedenen Maßnahmen zeigen, dass die Harzwasserwerke ihre Anlagen kontinuierlich modernisieren und an zukünftige Anforderungen anpassen. So bleibt die Granetalsperre auch mehr als fünf Jahrzehnte nach ihrer Inbetriebnahme ein leistungsfähiger und zuverlässiger Bestandteil der Trinkwasserversorgung in Niedersachsen.

Granetalsperre: Zentrum der Wasserversorgung im Harz

Die Granetalsperre bei Langelsheim wurde nach dreijähriger Bauzeit im Jahr 1969 fertiggestellt und ist mit einem Fassungsvermögen von 46,4 Millionen Kubikmetern die größte und wichtigste Trinkwassertalsperre der Harzwasserwerke.

Durch ihre Verbindung mit der Oker- und der Innerstetalsperre ist die Granetalsperre ein zentraler Bestandteil des Nordharz-Verbundsystems der Harzwasserwerke. Die Vernetzung der Talsperren ermöglicht eine flexible Bewirtschaftung der Wasserressourcen und stärkt die Versorgungssicherheit.

Im Wasserwerk der Granetalsperre können täglich bis zu 200.000 Kubikmeter Wasser aufbereitet werden. Das entspricht rechnerisch dem durchschnittlichen täglichen Trinkwasserbedarf von rund 1,6 Millionen Menschen.

Das aufbereitete Trinkwasser wird unter anderem in die Großstädte Hildesheim und Braunschweig sowie in zahlreiche Städte und Gemeinden im Harzvorland geliefert.

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