Trinkwasserversorgung trotz niedriger Talsperrenfüllstände gesichert
Trinkwasserversorgung trotz niedriger Talsperrenfüllstände gesichert
Die anhaltende Trockenheit wirkt sich weiterhin auf die Füllstände der Westharz-Talsperren aus. Aktuell sind die Trinkwassertalsperren der Harzwasserwerke zu 45 Prozent gefüllt.
Das langjährige Mittel liegt zu diesem Zeitpunkt des Jahres bei 67 Prozent. Trotz der niedrigen Füllstände ist die Trinkwasserversorgung für rund zwei Millionen Menschen in Niedersachsen und Bremen sichergestellt.
Die vergangenen anderthalb Jahre waren von deutlich unterdurchschnittlichen Niederschlägen geprägt. Auf das historisch trockene Frühjahr 2025 folgte ein niederschlagsarmer Winter 2025/26. Auch die vergangenen drei Monate fielen ungewöhnlich trocken aus. Die jüngsten Regenfälle haben die Situation bislang kaum verbessert.
Verbundsystem ermöglicht Versorgungssicherheit
Um die Trinkwasserversorgung auch bei niedrigen Talsperrenfüllständen sicherzustellen, nutzen die Harzwasserwerke die Möglichkeiten ihres Verbundsystems. Durch das Zusammenspiel der Talsperren und Grundwasserwerke können Wassermengen gesteuert und zwischen verschiedenen Standorten verlagert werden.
So wurde beispielsweise die Trinkwasserproduktion an den Grundwasserwerken erhöht, um die Trinkwassergewinnung aus den Talsperren im Harz zu entlasten.
„Die niedrigen Füllstände zeigen, wie wichtig eine breit aufgestellte Trinkwasserversorgung ist. Unser Verbundsystem ermöglicht es uns, auf unterschiedliche Niederschlagsverhältnisse zu reagieren und die Trinkwasserproduktion anzupassen. So können wir die Versorgung auch während längerer Trockenphasen sicherstellen“, erklärt Hendrik Rösch, Technischer Geschäftsführer der Harzwasserwerke.
Eine wichtige Rolle spielt dabei das Nordharzverbundsystem. Die Oker- und Innerstetalsperre besitzen keine eigenen Wasserwerke zur Trinkwasseraufbereitung, können jedoch Wasser an die Granetalsperre weiterleiten. Dort befindet sich das größte Wasserwerk der Harzwasserwerke. Die verschiedenen Talsperren ergänzen sich somit und tragen gemeinsam zur Versorgungssicherheit bei.
Niedriger Wasserstand an der Okertalsperre: Harzwasserwerke warnen vor Betreten trockener Bereiche
Besonders deutlich zeigt sich die Trockenheit an der Okertalsperre. Die Okertalsperre hat infolge der anhaltenden Trockenheit einen Tiefstand erreicht, bei dem auch Überreste des ehemaligen Ortes Schulenberg wieder sichtbar geworden sind.
Die Harzwasserwerke weisen ausdrücklich darauf hin, dass die trockenen Bereiche der Talsperre unter keinen Umständen betreten werden dürfen. Der Untergrund kann trotz seiner trocken erscheinenden Oberfläche nachgeben. Es besteht die Gefahr, tief im Boden einzusinken.
Die Talsperre ist aufgrund ihrer Lage besonders stark von den unterdurchschnittlichen Niederschlägen seit Anfang 2025 betroffen.
An der Wetterstation Schulenberg an der Okertalsperre wurden im Oktober bisher rund 52 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Das entspricht etwa der Hälfte der üblichen Niederschlagsmenge für den gesamten Monat. Diese Niederschläge reichen nicht aus, um die Talsperre auf einen höheren Füllstand zu bringen.
Weitere Maßnahmen bei anhaltender Trockenheit möglich
Für einen deutlichen Anstieg der Talsperrenfüllstände sind im bevorstehenden Winter höhere Niederschlagsmengen erforderlich. Auch ein schneereicher Winter und die damit verbundene Schneeschmelze würde den Talsperren helfen.
Die Harzwasserwerke beobachten die Entwicklung daher weiterhin aufmerksam.
Die Bewirtschaftung der Okertalsperre wurde aufgrund der Trockenheit bereits auf einen vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) genehmigter Sonderbetriebsplan umgestellt. Dieser ermöglicht es, die Unterwasserabgabe bei Bedarf auf 1,0 Kubikmeter pro Sekunde zu reduzieren und damit den Füllstand der Talsperre zu stabilisieren.
Sollte die Trockenheit länger anhalten, stehen weitere Maßnahmen zur langfristigen Sicherung der Trinkwasserversorgung zur Verfügung.
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